Wer sich die WLAN-Einstellungen seines Routers genauer anschaut, stößt früher oder später auf zwei Netzwerke – oft mit ähnlichem Namen, manchmal mit einem „_5G“ am Ende. Das sind die beiden Frequenzbänder, auf denen moderne Router gleichzeitig senden. Und sie verhalten sich grundlegend anders.
Viele Geräte verbinden sich automatisch mit dem 2,4-GHz-Band. Das ist nicht grundsätzlich falsch – aber es erklärt einen guten Teil der WLAN-Abbrüche, mit denen Menschen zu kämpfen haben.
Was den Unterschied ausmacht
Das 2,4-GHz-Band hat eine größere Reichweite und kommt besser durch Wände und Hindernisse. Das macht es attraktiv – für Router, für Endgeräte, und eben auch für alles andere, was auf dieser Frequenz sendet: Mikrowellen, Babyphones, ältere Schnurlostelefone, Bluetooth-Geräte. Das Band ist schlicht überfüllt.
Dazu kommt das Kanalproblem. Im 2,4-GHz-Bereich gibt es in Europa 13 Kanäle, aber nur drei davon – Kanal 1, 6 und 11 – überlappen sich nicht. In einem dicht besiedelten Gebiet kämpfen dutzende Netzwerke um diese drei verwertbaren Kanäle. Das Ergebnis sind Interferenzen, Verbindungsabbrüche und eine Verbindung, die unter Last zusammenbricht.
Das 5-GHz-Band ist in dieser Hinsicht entspannter. Es bietet deutlich mehr nicht-überlappende Kanäle – je nach Region bis zu 19 oder mehr – und wird von weit weniger Haushaltsgeräten gestört. Wer auf 5 GHz wechselt, merkt in den meisten Fällen sofort einen Unterschied in der Stabilität.
Der Nachteil: 5 GHz hat eine kürzere Reichweite und kommt schlechter durch dicke Wände. Wer sich in einem anderen Stockwerk oder am anderen Ende einer großen Wohnung aufhält, kann mit 5 GHz schlechtere Ergebnisse erzielen als mit 2,4 GHz – selbst wenn das Signal auf dem Papier noch ankommt.
Das Problem mit gleichen SSIDs
Viele Router senden beide Bänder unter demselben Netzwerknamen – auch SSID genannt. Das sieht einfach aus, bringt aber ein verstecktes Problem mit sich: Das Endgerät entscheidet selbst, mit welchem Band es sich verbindet. Und diese Entscheidung ist nicht immer klug.
Smartphones und Laptops neigen dazu, an einer einmal gewählten Verbindung festzuhalten, auch wenn sie längst schwächer ist als die Alternative. Wer mit dem Gerät weit vom Router entfernt ist und ursprünglich auf 5 GHz eingebucht war, bleibt manchmal auf diesem Band – auch wenn 2,4 GHz dort besser ankäme. Und umgekehrt: Ein Gerät nah am Router, das sich auf 2,4 GHz eingebucht hat, könnte auf dem überlasteten Band hängen, obwohl 5 GHz direkt nebenan frei wäre.
Die Lösung ist eine SSID-Trennung: Beide Bänder bekommen unterschiedliche Namen, etwa „Heimnetz“ und „Heimnetz-5G“. Dann lässt sich für jedes Gerät manuell entscheiden, welches Band es nutzen soll. Ein bisschen mehr Aufwand beim Einrichten – aber deutlich mehr Kontrolle und in vielen Haushalten spürbar weniger Abbrüche.
Welches Band für welches Gerät?
Eine grobe Orientierung, die im Alltag gut funktioniert:
5 GHz eignet sich für Geräte, die nah am Router stehen oder in direkte Sichtlinie sind – Laptop am Schreibtisch, Smart TV im Wohnzimmer, Spielekonsole. Alles, was Bandbreite und Stabilität braucht, profitiert hier.
2,4 GHz ist sinnvoll für Geräte, die weiter entfernt sind oder durch mehrere Wände verbinden müssen – ein Smartphone im Schlafzimmer, ein Smart-Home-Gerät im Keller, ein Drucker im Nebenraum. Auch Geräte, die nur wenig Bandbreite brauchen, laufen auf 2,4 GHz problemlos.
Was wenn 5 GHz trotzdem abbricht?
Manchmal bricht ausgerechnet 5 GHz ab, obwohl man nah am Router sitzt. Das liegt häufig daran, dass das Gerät auf einen Kanal gewechselt hat, der in der Umgebung ebenfalls belastet ist – oder dass der Router selbst auf einem DFS-Kanal sendet, der durch Radarsignale (z. B. von Wetterstationen oder Flughäfen in der Nähe) temporär gesperrt wird und den Kanal wechselt. Das ist ein wenig bekanntes Phänomen, das aber real vorkommt und sich in kurzen, unerklärlichen Verbindungsabbrüchen äußert.
Wer solche sporadischen Abbrüche auf 5 GHz hat, kann in den Router-Einstellungen prüfen, ob ein DFS-freier Kanal manuell eingestellt werden kann. In der Fritzbox geht das unter WLAN → Funkkanal. Mehr zur Kanalwahl insgesamt findet sich in der WLAN-Kanal-Anleitung.
