Das WLAN bricht genau dann ab, wenn die Mikrowelle läuft. Nicht immer, nicht verlässlich – aber oft genug, dass man anfängt, einen Zusammenhang zu vermuten. Und dieser Verdacht ist meistens berechtigt.
Es gibt eine Reihe von Alltagsgeräten, die das WLAN-Signal stören können – ohne dass sie dafür defekt sein müssen. Sie tun einfach das, wofür sie gebaut wurden. Und das passiert zufällig auf denselben Frequenzen, auf denen das WLAN sendet.
Warum das 2,4-GHz-Band so anfällig ist
Die meisten Heimnetzwerke funken auf dem 2,4-GHz-Band. Es hat eine gute Reichweite, durchdringt Wände besser als 5 GHz und wird deshalb von Routern seit Jahrzehnten bevorzugt. Das Problem: Es ist nicht das einzige Gerät im Haushalt, das auf dieser Frequenz arbeitet.
Das 2,4-GHz-Band ist in gewisser Weise ein überfüllter Gemeinschaftsraum. Mikrowellen, Babyphones, ältere Schnurlostelefone, bestimmte Bluetooth-Geräte und sogar manche Bewegungsmelder für Smart-Home-Systeme senden auf derselben oder einer sehr ähnlichen Frequenz. Wenn mehrere davon gleichzeitig aktiv sind, entsteht ein Durcheinander aus Signalen – und das WLAN ist oft das, was darunter am stärksten leidet.
Die Mikrowelle
Mikrowellen arbeiten bei 2,45 GHz – also mitten im 2,4-GHz-WLAN-Band. Wenn eine Mikrowelle in Betrieb ist, strahlt sie elektromagnetische Energie ab, die als Interferenz auf das WLAN-Signal einwirkt. Moderne Mikrowellen sind abgeschirmt, sodass der Effekt gering ist – aber nicht null. Wer seinen Router direkt neben der Küche stehen hat oder die Mikrowelle in unmittelbarer Nähe des Routers betreibt, kann das deutlich spüren.
Die einfachste Maßnahme: mehr Abstand zwischen Router und Mikrowelle. Zwei bis drei Meter reichen in den meisten Fällen aus, um den Effekt auf ein vernachlässigbares Niveau zu reduzieren.
Babyphones
Analoge und ältere Babyphones sind klassische WLAN-Störer. Sie senden dauerhaft auf 2,4 GHz und tun das nicht gerade rücksichtsvoll gegenüber dem Netzwerkverkehr. Wer ein Babyphone im Schlafzimmer hat und der Router steht im Flur dazwischen, kann Verbindungsabbrüche genau dann erleben, wenn das Babyphone aktiv ist.
Neuere DECT-Babyphones arbeiten auf anderen Frequenzen und sind deutlich weniger problematisch. Ein Blick ins Handbuch oder auf die technischen Daten des Geräts verrät schnell, auf welcher Frequenz es sendet.
Bluetooth
Bluetooth nutzt ebenfalls das 2,4-GHz-Band – allerdings mit einem Mechanismus namens Frequency Hopping, bei dem das Gerät ständig zwischen verschiedenen Frequenzen wechselt. Das macht Bluetooth weniger störanfällig und weniger störend als andere Geräte, schließt Interferenzen aber nicht vollständig aus.
Wer viele Bluetooth-Geräte gleichzeitig betreibt – Kopfhörer, Tastatur, Maus, Lautsprecher, Smartwatch – und gleichzeitig auf 2,4 GHz surft, kann in seltenen Fällen von gegenseitigen Beeinträchtigungen betroffen sein. In der Praxis ist das aber selten das Hauptproblem.
Schnurlostelefone und ältere Smart-Home-Geräte
Ältere schnurlose Telefone nach dem DECT-Standard senden auf 1,88 bis 1,90 GHz und stören das WLAN in der Regel kaum. Aber es gibt ältere Modelle, die tatsächlich auf 2,4 GHz arbeiten – und die können ähnlich wie Babyphones dauerhaft Interferenzen erzeugen.
Auch manche Smart-Home-Komponenten, günstige Funksteckdosen oder ältere Zigbee-Geräte senden in einem Frequenzbereich, der sich mit dem WLAN überschneidet. Das fällt oft erst auf, wenn man den Haushalt nach und nach mit Smart-Home-Technik ausstattet und das WLAN mit jedem neuen Gerät ein bisschen unzuverlässiger wird.
Was wirklich hilft
Der erste Schritt ist zu verstehen, welche Geräte im Haushalt auf 2,4 GHz senden. Danach gibt es zwei sinnvolle Richtungen: entweder für mehr physischen Abstand zwischen Störquelle und Router sorgen, oder das WLAN auf das 5-GHz-Band umstellen – das ist von Haushaltsgeräten deutlich weniger betroffen.
Wer herausfinden möchte, ob das eigene Netzwerk tatsächlich unter Interferenzen leidet, findet mit einem WLAN-Analyse-Tool schnell Klarheit. Viele dieser Apps zeigen die Signalqualität in Echtzeit und machen sichtbar, ob sie während des Mikrowellenbetriebs einbricht.
Und wer grundsätzlich verstehen möchte, warum 2,4 GHz so viel störanfälliger ist als 5 GHz, findet das im Artikel zum Frequenzband-Vergleich ausführlich erklärt.
